Liquiditätsplanung

Liquiditätsplanung - Aufbau einer umfassenden Planung

Bei der Liquiditätsplanung werden die Erlös- und Kostenbereiche des Unternehmens analysiert und hieraus unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren, die Einnahmen und Ausgaben ermittelt.

Die Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben, ergibt die dem Unternehmen zur Verfügung stehende Liquidität. Bei der Ermittlung der Einnahmen und Ausgaben sind es insbesondere auch die Steuern, Kredite, Kapitaldienste und Investitionen, welche die Liquidität des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.

Liquiditätsplan

Wie sollte ein Liquiditätsplan aussehen, um in der Praxis zu bestehen?

Oberflächlich betrachtet, ist ein solcher Plan einfach und simpel:

Wie professionelle Rentabilitäts- und Liquiditätspläne aufgebaut sind, erfahren Sie beim Anklicken der folgenden Miniabbildungen:

Beispiel: Rentabilitätsplan     Beispiel: Liquiditätsplan
Zum Vergrößern auf die Abb. klicken

Den Abbildungen konnten Sie entnehmen, welche gravierenden Unterschiede zwischen dem Ergebnis (Ertrag - Aufwendung) eines Unternehmens und der Liquidität (Einnahmen - Ausgaben) grundsätzlich bestehen.

Genau genommen müssten sich die Summen der beiden Teilplanungen decken, wenn da nicht temporäre Einflüsse (beispielsweise Umsatzsteuer-, Gewerbesteuer-, Körperschaftsteuervorauszahlungen, Investitionen und Abschreibungen usw.) zu beachten wären.

Im Rahmen einer professionellen Planung (ganzheitliche Planung eines Unternehmens), die nicht nur einen Liquiditätsplan und einen Rentabilitätsplan umfassen darf, werden alle betrieblichen Einflüsse und Handlungen berücksichtigt, die letztlich zu einem tragfähigen Liquiditätsplan führen. Das folgende Beispiel soll die Komplexität der Geldflüsse im Unternehmen verdeutlichen.

Ganzheitliche Betrachtung der Geldflüsse im Unternehmen beim Verkauf eines einzelnen Produktes:

Aktion, Konditionen und Vereinbarungen

1) Warenverkauf im Januar, Nettobetrag 1.000 €
2) Dieser Kunde zahlt im März, deshalb kein Skonto
3) Das Produkt kostet im Einkauf 700 € (Netto)
4) Wareneinkauf sofort, die Rechnung ist im Februar fällig - kein Skonto
5) Für den Einkauf sowie den Verkauf fällt jeweils die volle USt an
6) USt-Vereinbarung mit dem Finanzamt: Dauerfristverlängerung
7) Unternehmen hat Sollversteuerung gewählt
8) 12 % Überziehungszinsen bei negativem Kontokorrent
9) Transportkosten bleiben unberücksichtigt

Geldflüsse

Januar: Rechnung für Warenverkauf--> Liquidität: 0 €
Februar: Zahlung Wareneinkauf--> Liquidität: -833 €
Februar: Zinsen, weil Konto überzogen 8 €--> Liquidität: -841 €
März: Finanzamt (MWSt ./. Vorsteuer) 57 €--> Liquidität: -898 €
März: Kunde zahlt 1.190 €--> Liquidität: + 292 €

Das war allerdings noch nicht alles, denn bei positivem Ergebnis des Jahresabschlusses und Abgabe der Steuererklärungen im März des folgenden Jahres, werden anteilig aus dem Verkauf fällig:

Mai: Gewerbe- und Einkommensteuern
Juni: Gewerbesteuervorauszahlung für das lfd. Jahr
Juni: Einkommensteuervorauszahlung für das lfd. Jahr

Video: Liquiditätsplanung
Video: Liquiditätsplanung

Der jeweilige Kontostand in den Monaten Januar bis Juni des folgenden Jahres, spiegelt sozusagen die Liquidität des Unternehmens aus dem Verkauf einer Ware wider. Das Ergebnis innerhalb des Rentabilitätsplans beträgt im Januar (Erlös aus Verkauf: 1.000 € minus Kosten für Einkauf: 700 €) 300 €.

Die zur Betrachtung der Vermögenswerte und Schulden, wie Bankstände, Forderungen und Verbindlichkeiten sind bei einer professionellen Gesamtplanung der Bilanzplanung und die steuerlichen Verpflichtungen, der Steuerplanung zu entnehmen.

Die Liquiditätsflüsse sind wie dieses Beispiel zeigt, komplexer als oberflächlich betrachtet: Um keines betrieblichen Einflüsse auf die Liquidität des Unternehmens zu übersehen, bedient sich ein Unternehmen heute einer professionellen Software, die unter anderen auch die Kontrolle der geplanten Liquidität übernimmt und fortlaufend steuert.

Und falls Sie jetzt verständlicherweise damit rechnen, dass ein mächtiges Planungssystem mehrere tausend Euro kosten kann, dann liegen Sie durchaus richtig. Aber es geht auch erheblich günstiger.

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