Liquiditätsplanung

Liquiditätsplanung - Abgesicherte Zahlungsfähigkeit des Unternehmens

Eine schlüssige Liquiditätsplanung und die fortwährende Kontrolle der Liquidität, dient zur Sicherung und dem dauerhaften Bestand des Unternehmens.

Die Planung muss über den gesamten Planungszeitraum ausreichend flüssige Mittel (Liquidität) ausweisen, die es dem Unternehmen ermöglicht allen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachzukommen.

Mit ausreichender Liquidität wird demnach die Fähigkeit definiert, uneingeschränkt vorhandene und durch den laufenden Geschäftsbetrieb entstehende Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Fälligkeit zu begleichen.

Mangelt es an dieser Fähigkeit bzw. ist die Liquidität zu gering, um den Verpflichtungen zeitnah nachzukommen, ist der Fortbestand des Unternehmens gefährdet. Kann man den aktuellen Umfragen trauen, dann sind sehr häufig geringe flüssige Mittel ursächlich für die Insolvenz deutscher Unternehmen.

Davor sind auch Unternehmen nicht geschützt, die durchaus signifikante Erträge vorzuweisen können, aber wegen zu nachlässigem Verhalten (nicht eingeplanten flüssigen Mitteln) ihren Verpflichtungen gegenüber Lieferanten, Mitarbeitern und Geschäftspartnern zu spät nachkommen.

Liquiditätscontrolling

Zu hohe Liquidität ist im Gegensatz zu einer geringen Ausstattung mit flüssigen Mitteln, betriebswirtschaftlich gesehen, durchaus keine empfehlenswerte Alternative.

Durch die Anhäufung flüssiger Mittel werden möglichweise Investition unterbunden, die bei Durchführung den Ertrag bzw. Rentabilität die des Unternehmens verbessern. Ein Liquiditätsengpass lässt sich bei solider Führung des Unternehmens durch einen Kredit leicht überbrücken.

Fazit: Eine hohe Liquidität bietet Sicherheit, die jedoch auf Kosten der Rentabilität geht und darüber hinaus, verzichten Sie auf die Vermehrung des Kapitals und verlieren an Substanz (Vermögensverzehr durch Geldwertverfall).

Bei der klassischen betriebswirtschaftlichen Betrachtung der Liquidität spielt der Grad der Liquidität bzw. die "Verflüssigung" von Vermögensteilen in Liquidität eine wesentliche Rolle. Die Fähigkeit zur sofortigen Zahlung oder dem erst später möglichen Ausgleich von kurzfristigen Verbindlichkeiten wird je nach der Art des Umlaufvermögens in drei Graden unterteilt.

Der Begriff Umlaufvermögen ist auf der Aktivseite einer Bilanz zu finden. Das bedeutet, dass Sie die Grade der Liquidität nur mit Hilfe einer Bilanz oder eines Vermögensstatus berechnen können. Aus der Liquiditätsplanung, in der keine Bestandsdaten der Bilanz zu finden sind, kann der Liquiditätsgrad nicht abgeleitet werden.

Bilanzplan
Planbilanz vergrößern

In der Regel ist der Liquiditätsplan nur ein Baustein einer umfassenden Unternehmensplanung. In einer professionellen Planmappe ist jedoch neben einem Finanz- und Liquiditätsplan sowie einem Rentabilitätsplan auch ein Bilanzplan enthalten, aus dem sich der Liquiditätsgrad ableiten lässt.

Liquidität ersten Grades

Bei der Berechnung der Liquidität 1. Grades werden ausschließlich die unmittelbar zur Tilgung von kurzfristigen Verbindlichkeiten einsetzbaren Zahlungsmittel, wie Bargeld, Kassenbestände und Bankguthaben usw. berücksichtigt und ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten gesetzt.

Liquidität ersten Grades


Liquidität zweiten Grades

Die im Umlaufvermögen des Unternehmens enthaltenen "Kurzfristigen Forderungen" werden in der Regel in einem relativ überschaubaren Zeitraum fällig und bilden gemeinsam mit den sofort verfügbaren liquiden Mitteln die Berechnungsgrundlage für die Liquidität des 2. Grades.

Bei den kurzfristigen Forderungen handelt es sind insbesondere um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Forderungen, die gegenüber dem Finanzamt, Gesellschaftern oder aus sonstigen Vertragsverhältnissen bestehen.

Liquidität zweiten Grades


Liquidität dritten Grades

Nachdem sich die in einer Bilanz aktivierten Vorräte wertmäßig in einem berichtigten Zustand befinden, können sie zur Berechnung der Liquidität des 3. Grades herangezogen werden. Die sofort verfügbaren und die kurzfristig verfügbaren Mittel, bilden gemeinsam mit den Vorräten, die Berechnungsgrundlage für die Liquidität dritten Grades.

Liquidität dritten Grades


Weil die Berechnung der Grade ohne großen Aufwand möglich ist, sollten bei angespannter Liquidität und nach Abschluss der monatlichen Buchhaltung, die Liquiditätsgrade überprüft werden. Bei einem solid geführten Unternehmen, sollte zumindest der zweite Liquiditätsgrad nicht unter 100 % liegen.

Beim Liquiditätsgrad 3 wird das gesamte Umlaufvermögen den kurzfristigen Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter einem Jahr) gegenübergestellt.

Unvorhersehbare Forderungsausfälle und mögliche Wertberichtigungen im Bereich der Vorräte, könnten infolge zu einer Schmälerung des Umlaufvermögens führen. Deshalb sollte zur Sicherheit der dritte Liquiditätsgrad ohne eine aktuelle Bewertung des gesamten Umlaufvermögens, möglichst 150 % nicht unterschreiten.

Bilanzanalyse
Bilanzanalyse vergrößern

Die aus einer Bilanz abgeleiteten Liquiditätsgrade, sind temporär von Bedeutung. Und im Liquiditätsplan wird regelmäßig ein Zeitraum von ein bis fünf Jahren abgebildet, wobei sich die darin enthaltenen Daten (verfügbaren Zahlungsmittel) auf Schätzungen beziehen, welche die Erkenntnisse am Tag der Planerstellung reflektieren. Nachdem sich in der Welt von heute, alles viel schneller als früher bewegt, reicht es nicht mehr aus, nur den Blick nach vorne zu richten und sich auf Schätzungen zu verlassen.

Deshalb schätzen Sie bitte anhand aller verfügbaren Daten aus der Vergangenheit, Ihren Erfolg und die jetzt und später verfügbaren Mittel für einen überschaubaren Zeitraum (1-5 Jahre) möglichst genau ab. Versäumen Sie aber in keinem Fall in vertretbaren Abständen, möglichst am Monatsende, Ihre Planungen zu verifizieren.

Eine professionelle Liquiditätsplanung und fortlaufende Liquiditätskontrolle zahlt sich in jeder Hinsicht aus. Speziell mit einem guten Planungssystem kann sich das Unternehmen mit geringem Aufwand vorausschauend auf jede Situation einstellen. Die Verantwortlichen können auf diese Weise ohne Handlungsdruck agieren und den Geldfluss zum Vorteil des Unternehmens steuern.

Eine schlüssige Liquiditätsplanung und die laufende Liquiditätskontrolle sichern dauerhaft den Bestand des Unternehmens. Und wenn es trotzdem etwas schief läuft, verbleibt Ihnen ausreichend Zeit, um die Reißleine zu ziehen.


Preise für Systeme zur Planung der Liquidität